Hinduismus

„Hinduismus“ ist weder ein Sanskritwort, noch findet man es in den vedischen Schriften. Dieser Begriff wurde von den Invasoren geprägt, die im Laufe der Geschichte nach Indien eindrangen und die Einheimischen jenseits des nordwestindischen Flusses Indus, der heute in Pakistan liegt, als Hindus bezeichneten.

 

Heutzutage versteht man unter dem Sammelbegriff „Hinduismus“ die vielen verschiedenen Strömungen und Traditionen, die sich zu den vedischen Schriften bekennen.

 

Die Hare-Krishna-Bewegung gehört zur Gaudiya-Vaishnava-Tradition innerhalb des Hinduismus. Ihre religiöse Praxis wird als Bhakti-Yoga bezeichnet. Etwa 70 Prozent aller Hindus verehren Vishnu (oder seinen Avatare Rama und Krishna) und werden deshalb als Vaishnavas bezeichnet. Da Krishna-Bhakti unabhängig von der Herkunft des Gläubigen ist, spielt das Kastenwesen bei den Gaudiya-Vaishnavas in der Regel keine Rolle. Ihre Tradition ist deshalb auch für außerhalb Indiens Geborene zugänglich.

 

In Indien und auf der ganzen Welt unterstützen Hindus die ISKCON-Tempel (ISKCON = Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein und Vertreter der Gaudiya-Vaishnava-Tradition). Spirituell gesehen hat die ISKCON ihre Wurzeln ebenso wie der Hinduismus in der vedischen Tradition.